Ist es wirklich das Richtige gewesen?

 


Hallöchen zurück auf meinem Blog.

Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich mir oft und immer wieder die Frage gestellt, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe Soziale Arbeit zu studieren. Vor allem während meines Anerkennungsjahres in meinem Heimatort bei der Stadtjugendpflege. Hier war ich unter anderem dafür Ansprechpartnerin, wenn Menschen, von Wohnungslosigkeit bedroht waren. Ich habe Kontakte zu potenziellen Vermietern aufgenommen, die Anzeigen von Wohnung etc. studiert und irgendwie versucht Lösungen für die Klienten zu finden. Aufgrund so mancher Biografie des Einzelnen war das teilweise eine ordentliche Herausforderung für mich als frisch gebackene Sozialpädagogin. Denn natürlich wurden manche auch sehr ungehalten und ungeduldig und das auch auf Seiten der Vermieter, wenn diese ihre Mieter unbedingt aus der Wohnung haben wollten und ich (wir) jedoch nicht viel ausrichten konnten. Hier heißt es dann "nicht aufgeben und sich nicht unter Druck setzen lassen." Tja, gar nicht so einfach, wenn man (ich) alles richtig machen will. Ich möchte ja keine Beschwerde über mich riskieren. Hier haben mir immer die Reflektionsgespräche mit meiner Anleiterin, aber auch die Supervision in meiner Hochschule geholfen. Im Übrigen ein Instrument was aus meiner Sicht viel zu wenig und zu selten in sozialen Einrichtung genutzt/abgerufen wird.

Und nun? Stand ich da also mit meinem Talent und knallte auf den Boden der Tatsachen. Ja, ich kann sie nicht alle retten. Denn es wollen auch nicht alle gerettet werden. Dies zu akzeptieren war und ist immer wieder eine Herausforderung, auch heute noch. Meiner Ansicht nach geht es auch oder vor allem in der sozialen Arbeit immer wieder darum das eigene Handeln zu hinterfragen. Anders als in anderen Berufen funktioniert "Schema F" in der Sozialen Arbeit nun mal nicht. Nur weil mein Herangehen bei Mensch A funktioniert hat, muss es das noch lange nicht auch bei Mensch B. Ich glaube viele (mich eingeschlossen) neigen häufig zur Selbstüberschätzung. Schließlich hab ich das studiert und es hat doch funktioniert (bisher). Doch gerade jeder einzelne Klient zeigt mir/zeigt uns immer wieder aufs Neue, dass das Studium nicht für alles die Antwort ist und auch nicht sein kann. 

Und dadurch stelle ich immer wieder fest: ja, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Denn den Menschen mit all seinen Facetten jeden Tag aufs Neue ein Stückchen zu begleiten und dadurch ein klein wenig verändern zu können ist genau das Richtige. Und mir immer wieder auch bewusst zu machen, dass nun mal nicht jeder gerettet werden kann und möchte.

Kein Tag und kein Mensch ist wie der Andere.

In diesem Sinne,

Deine Brückenbauerin.

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